Friesenberg-Alpenmurmeltiere

Das Alpenmurmeltier gibt es im Friesenberg nicht, weil diese in den höher gelegenen Gebieten in den Alpen leben. Aus Stein gehauen gibt es zwei Murmeltiere beim Murmelibrunnen neben der Murmeliwiese (Ecke Schweighof-/Bachtobelstrasse).

Viele Brunnen, die in früheren Zeiten entstanden sind, sind einem aus den Geschichtsbüchern bekannten Mann oder Modell-Frauen gewidmet. Der Murmelibrunnen entstand zu einer Zeit, als nach neuen Brunnen-Schmuckvarianten gesucht wurde. Ebenfalls im Friesenberg gibt es bei der Känguruwiese noch den Kängurubrunnen.

Wohl kaum je ein Mensch konnte so nahe bei zwei lebenden Murmeltieren stehen wie dies bei den steinigen Abbildern der Murmeltiere beim Murmelibrunnen möglich ist. Von den Wanderungen in den Bergen kennen wir alle das grelle Murmeltier-Pfeifen. Nach diesem Pfeifen verschwinden die Murmeltiere. Offensichtlich gelten wir Menschen als Gefahr für die lebenden Murmeltiere, selbst dann, wenn wir ohne Jagdgewehr unterwegs sind.

Die realen Murmeltiere halten einen langen Winterschlaf mit möglichst viel familiärer Nähe, mit gelegentlichen Ausscheidungs-Pausen. Wenn wir in der Winterzeit die Berge besuchen, sind die Murmeltiere überhaupt nicht zu sehen.

Mit einem guten Zoom-Objektiv ist es hin und wieder möglich, Murmeltiere aus grosser Distanz zu beobachten – bis sie sich nach einem kräftigen Warnpfiff verstecken.

Eigentlich würden wir uns freuen, wenn wir mal wilde Murmeltiere ganz aus nächster Nähe beobachten könnten. Viele von uns würden gerne einem Murmeltier zuwinken oder «Hallo» sagen.

Wir müssen respektieren, dass wilde Tiere wie das Murmeltiere Angst nicht nur vor Menschen haben, selbst dann, wenn wir gutmütig mit ihnen sind, weil sie ja wie wir Teil der Schöpfung sind. Foto- oder Filmaufnahmen aus grosser Distanz, bildhauerische Darstellungen, gegerbte und ausgestopfte Fellteile müssen ausreichend sein, damit wir ein wenig Einblick in das Leben von Murmeltieren geniessen können. Dies dürfte bei sehr vielebn Tierarten ähnlich sein.

Spannend ist dabei die Frage, wie Menschen bei anderen Tierarten Vertrauen gewinnen konnten. Und ob dies allenfalls auch bei anderen Wesen der Schöpfung möglich sein könnte. Wie müssten sich dafür die Menschen ändern?


Geschrieben für «Geschichten vom Zusammenleben von Menschen und Tieren aus unserem Quartier» (von Quartiernetz Friesenberg, der reformierten und der katholischen Kirche im Friesenberg).

Die Schweizer Autorin Monica Cantieni hat die gesammelten Geschichten am Sonntag, 31. Mai 2026 im Foyer (Pfarreizentrum St. Theresia) vorgelesen.

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